Betretungsverbote für das kommende Auswärtsspiel!

Mit diesem kurzen Schreiben wollen wir öffentlich machen, dass wir die Partie beim Wuppertaler SV nicht besuchen werden! Aufgrund von zahlreichen Betretungsverboten für das Wuppertaler Stadtgebiet, bleibt uns gar keine andere Wahl, als dem Spiel fern zu bleiben. So können wir der Mannschaft leider nicht den gewohnten Rückhalt liefern, wie wir es sonst tun.

Bei keiner der vom Betretungsverbot betroffenen Personen liegt aus dem Vorjahr in Wuppertal eine rechtskräftige Verurteilung o.ä. vor, was dieses Verbot begründen würde. Wir verzeichnen somit einen massiven Einschnitt in die Bewegungsfreiheit eines Menschen und damit in dessen Grundrecht.

Betretungsverbote sind in den letzten Jahren ein häufig genutztes Mittel der Polizei, um Personen auch ohne Stadionverbot vom Stadionbesuch fernzuhalten. Regelmäßig werden die Betroffenen später vor Gericht noch freigesprochen, was die Willkür dieser Verbote aufzeigt. Solche Verfahren sind allerdings auch kostspielig, so dass nicht jedes Mal gegen diese Verbote vorgegangen werden kann.

Wir haben die Mannschaft natürlich informiert und die Gründe dargelegt, wieso die Unterstützung aus dem Gästeblock an diesen Tag nicht so rüber kommen wird, wie sie es sonst gewohnt ist. Letztlich können sich alle bei der Staatsgewalt bedanken, dass diese ein stimmungsvolles Spiel zunichte gemacht haben und unsere Elf indirekt benachteiligt wird.

Anmeldungen Förderkreis Westtribüne Rot-Weiss Essen

Mahlzeit RWE-Fans,

nicht nur der Verein hat sich in der Sommerpause gut aufgestellt, auch wir waren nicht ganz untätig und haben die Weichen für eine hoffentlich erfolgreiche Saison gestellt. Wer noch nicht so genau weiß, was es mit dem Bündnis „Westtribüne Rot-Weiss Essen“ auf sich hat, dem wollen wir hier in ein paar kurzen Sätzen näher bringen, wofür wir stehen und was wir erreichen wollen. Unser Ziel ist, den Verein und die Fanszene so geschlossen und eindrucksvoll wie möglich zu repräsentieren. Sei es durch Aufrufe zu gemeinsamen Zugfahrten, Fahnentagen und Fanmärschen oder durch Choreographien an der Hafenstraße über die komplette Westtribüne oder halt auch mal auswärts, wenn die West mal wieder nicht so voll sein sollte. Auch die „Für immer Georg-Melches-Stadion“-Bande an der Zugbrücke konnte letztendlich nur durch die Mitglieder und Förderer der Westtribüne finanziert werden. Außerdem finanziert durch Mitgliedsbeiträge und Spenden werden die Artikel am Westtribünen-Stand, die von allen RWE-Fans gekauft werden können, Trommeln, Fahnen u.v.m. Um auch weiterhin Rot-Weiss Essen auf der Tribüne würdig in Deutschland zu präsentieren, sind wir auf die Förderer angewiesen. Einzelpersonen sind mit einer Spende von 19,07 Euro dabei. Gruppen und Fanclubs ab 5 Personen können sich auch geschlossen anmelden und zahlen dann 10 Euro pro Person. Damit die Kommunikation untereinander besser funktioniert und wir euch über aktuelle Themen und Veranstaltungen rund um die Westtribüne auf dem Laufenden halten können, werdet ihr – sofern ihr wollt – in einen E-Mail-Verteiler aufgenommen. Helft uns die 200-Mitglieder-Marke zu knacken und die Saison auf den Rängen aktionsreich zu begleiten.

 

Eure Anmeldung könnt ihr bei jedem Heimspiel am Westtribünen-Stand neben dem Fancontainer ausfüllen.

Neue Saison, neuer Präsident – alte Probleme!

Wenn am 16.08. in München der Pfiff ertönt, beginnt auch für die letzten Vereine die neue Spielzeit 2019/2020. Die Vorfreude, die hunderttausende Fans in ganz Deutschland auf die wichtigste Nebensache der Welt haben, teilen auch wir. Diese Vorfreude wird jedoch wie jedes Jahr von denselben Problemen getrübt.

In der dritten Liga begann die Saison gleich mit einem Montagsspiel, einem Übel, welches aufgrund massiver Proteste in den oberen beiden Ligen zurückgedrängt werden konnte. Aber auch dort erinnert der „Spieltag“ eher an einen Kongressplan mit verschiedenen Veranstaltungen und ist nach wie vor Lichtjahre von unserem Ideal entfernt.

An den Gästeeingängen wird es trotz Pilotphase wieder zu sinnlosen Diskussionen mit Konfliktpotential kommen, die sich mit der Länge von Plastikstäben und dem Durchmesser von Stoff beschäftigen. Heimfans sehen sich teilweise, wie in München, gleich einem Komplettkörperscan gegenüber, der aufgrund immer funktionierender Terrorhysterie zu noch mehr Überwachung und dem „gläsernen Fan“ führt.

Aber besser, solche Diskussionen überhaupt führen zu können, als mit Stadionverbot – und darauf häufig folgendem Betretungsverbot – gar nicht ins Stadion oder in die Nähe zu können. Und dass nur, weil die Polizei einen Verdacht gegen einen hat.

Im Block angekommen ist man konfrontiert von Überwachungskameras, die haargenau aufzeichnen können, ob es nicht irgendein vermeintliches Fehlverhalten gibt, welches zwar null Einfluss auf das Spielgeschehen hat, aber dennoch mit horrenden Summen gegenüber den Vereinen geahndet werden kann. Diese dürfen ihre Rechnungen dann fröhlich weitergeben und so Privatinsolvenzen aufgrund einer fragwürdigen Paralleljustiz verursachen.

Und all diesen Problemen zum Trotz, wird mit vermutlich großem Brimborium am 20./21.08.2019 zunächst ein neues DFL-Präsidium gewählt, was zukunftsweisend für so wichtige Themen wie 50+1, den Videobeweis oder die Anstoßzeiten ist, ehe am 27.09.2019 der neue Präsident des DFB gewählt werden soll.

Wer auch immer diese Funktionen bekleiden wird – ihre Aufgaben sind aus unserer Sicht klar. Um auf die gegenwärtigen Probleme, mit denen Fußballfans in ganz Deutschland konfrontiert sind, erneut hinzuweisen und den neuen Verantwortlichen gleich ihre ersten Hausaufgaben mit auf den Weg zu geben, geben wir ihnen , teilweise erneut, hiermit unsere Positionspapiere an die Hand.

Es muss sich etwas ändern im deutschen Fußball, wenn dieser sich nicht noch weiter von der Basis entfernen will. Was zu ändern ist, ist aus unserer Sicht klar.

Die Gesichter mögen wechseln – die Probleme leider nicht!

Erläuterung der Proteste auf der Westtribüne beim Spiel gegen die SG Wattenscheid 09

Nachdem der Sportsender Sport1 (ehemals DSF) vor ein paar Jahren die Rechte an der 2. Bundesliga verloren hatte, will der Sender das eher spärlich gefüllte Programm jetzt mit der Regionalliga aufstocken. Dafür schüttet dieser gerade mal rund 3000 Euro pro Verein aus. Ihr könnt euch vorstellen, was unserem Verein bei der Verlegung der Spiele vom Wochenende auf einen Montag für Einnahmen flöten gehen, alleine am Bierstand. Des Weiteren sehen wir das TV-Diktat allgemein in der Fußballwelt kritisch.

Wir sind in den unteren Ligen eher weniger betroffen, insbesondere aber in der 1. und 2. Bundesliga haben die Fans stark unter der Zerstückelung des Spieltages zu leiden, nur damit dem „Fan“ vor dem Fernseher auch alle Spiele mundgerecht serviert werden können. Freitagabendspiele gab es schon immer und auch bei uns hatten sie schon immer ihren Reiz. Die englische Woche, die aus terminlichen Gründen eingeführt wurde, wurde mittlerweile ebenso akzeptiert, aber ansonsten gehört der Fußball dem Wochenende!

Stellt euch vor, ihr müsst alle paar Wochen freitags eure hart verdienten Überstunden abbauen, nur um pünktlich beim Auswärtsspiel unseres Vereins zu sein. Oder falls es irgendwann mal wieder nach Kiel geht, reicht wahrscheinlich nur ein voller Urlaubstag. Auch die vermehrten Sonntagstermine sind zu kritisieren, so gehörte dieser in der Vergangenheit immer den Amateurkickern. Zuschauer und Aktive der Amateurvereine müssen sich inzwischen häufig zwischen ihren lokalen Teams und dem Spiel ihres Lieblingsvereins der 1. oder 2. Bundesliga entscheiden, egal ob als regelmäßiger Stadionbesucher oder TV-Zuschauer. Dass die Entscheidung hier oft zum Nachteil für den Amateurklub ausfällt, sehen wir langfristig als große Gefahr für den Fußball als Breitensport.

Wir wollten vergangenen Montag mit euch zusammen an der Hafenstraße zeigen, was wir von dieser TV-Diktatur halten und bedanken uns nochmal bei allen Fans auf der Westtribüne, die sich dieser Protestform angeschlossen haben. Man sieht bei den aktuellen Fanprotesten der Fanszenen in Deutschland, die medienwirksam vonstattengegangen sind, dass der Fußball in Deutschland noch nicht ganz verloren ist. Die Montagsspiele z.B. werden ab der Saison 2020/21 wieder abgeschafft. Dennoch gibt es noch viele weitere Themen, die es anzupacken gilt.

Zum Schluss noch ein Wink in Richtung unserer Geschäftsführung, die doch bitte in Zukunft die Proteste der Fans ernst nehmen sollte und nicht noch torpedieren muss, wenn Banner auf der Rahn-Tribüne ausgelegt werden und dort mit Stadionverbote gedroht wird. Man erhofft sich von Vereinsseite immer „friedliche“ Proteste, dann sollte man auch nicht gegen solche Proteste arbeiten. Denn Meinungsfreiheit gilt nicht nur auf der Westtribüne bei uns an der Hafenstraße.