Anmeldungen Förderkreis Westtribüne Rot-Weiss Essen

Mahlzeit RWE-Fans,

nicht nur der Verein hat sich in der Sommerpause gut aufgestellt, auch wir waren nicht ganz untätig und haben die Weichen für eine hoffentlich erfolgreiche Saison gestellt. Wer noch nicht so genau weiß, was es mit dem Bündnis „Westtribüne Rot-Weiss Essen“ auf sich hat, dem wollen wir hier in ein paar kurzen Sätzen näher bringen, wofür wir stehen und was wir erreichen wollen. Unser Ziel ist, den Verein und die Fanszene so geschlossen und eindrucksvoll wie möglich zu repräsentieren. Sei es durch Aufrufe zu gemeinsamen Zugfahrten, Fahnentagen und Fanmärschen oder durch Choreographien an der Hafenstraße über die komplette Westtribüne oder halt auch mal auswärts, wenn die West mal wieder nicht so voll sein sollte. Auch die „Für immer Georg-Melches-Stadion“-Bande an der Zugbrücke konnte letztendlich nur durch die Mitglieder und Förderer der Westtribüne finanziert werden. Außerdem finanziert durch Mitgliedsbeiträge und Spenden werden die Artikel am Westtribünen-Stand, die von allen RWE-Fans gekauft werden können, Trommeln, Fahnen u.v.m. Um auch weiterhin Rot-Weiss Essen auf der Tribüne würdig in Deutschland zu präsentieren, sind wir auf die Förderer angewiesen. Einzelpersonen sind mit einer Spende von 19,07 Euro dabei. Gruppen und Fanclubs ab 5 Personen können sich auch geschlossen anmelden und zahlen dann 10 Euro pro Person. Damit die Kommunikation untereinander besser funktioniert und wir euch über aktuelle Themen und Veranstaltungen rund um die Westtribüne auf dem Laufenden halten können, werdet ihr – sofern ihr wollt – in einen E-Mail-Verteiler aufgenommen. Helft uns die 200-Mitglieder-Marke zu knacken und die Saison auf den Rängen aktionsreich zu begleiten.

 

Eure Anmeldung könnt ihr bei jedem Heimspiel am Westtribünen-Stand neben dem Fancontainer ausfüllen.

Neue Saison, neuer Präsident – alte Probleme!

Wenn am 16.08. in München der Pfiff ertönt, beginnt auch für die letzten Vereine die neue Spielzeit 2019/2020. Die Vorfreude, die hunderttausende Fans in ganz Deutschland auf die wichtigste Nebensache der Welt haben, teilen auch wir. Diese Vorfreude wird jedoch wie jedes Jahr von denselben Problemen getrübt.

In der dritten Liga begann die Saison gleich mit einem Montagsspiel, einem Übel, welches aufgrund massiver Proteste in den oberen beiden Ligen zurückgedrängt werden konnte. Aber auch dort erinnert der „Spieltag“ eher an einen Kongressplan mit verschiedenen Veranstaltungen und ist nach wie vor Lichtjahre von unserem Ideal entfernt.

An den Gästeeingängen wird es trotz Pilotphase wieder zu sinnlosen Diskussionen mit Konfliktpotential kommen, die sich mit der Länge von Plastikstäben und dem Durchmesser von Stoff beschäftigen. Heimfans sehen sich teilweise, wie in München, gleich einem Komplettkörperscan gegenüber, der aufgrund immer funktionierender Terrorhysterie zu noch mehr Überwachung und dem „gläsernen Fan“ führt.

Aber besser, solche Diskussionen überhaupt führen zu können, als mit Stadionverbot – und darauf häufig folgendem Betretungsverbot – gar nicht ins Stadion oder in die Nähe zu können. Und dass nur, weil die Polizei einen Verdacht gegen einen hat.

Im Block angekommen ist man konfrontiert von Überwachungskameras, die haargenau aufzeichnen können, ob es nicht irgendein vermeintliches Fehlverhalten gibt, welches zwar null Einfluss auf das Spielgeschehen hat, aber dennoch mit horrenden Summen gegenüber den Vereinen geahndet werden kann. Diese dürfen ihre Rechnungen dann fröhlich weitergeben und so Privatinsolvenzen aufgrund einer fragwürdigen Paralleljustiz verursachen.

Und all diesen Problemen zum Trotz, wird mit vermutlich großem Brimborium am 20./21.08.2019 zunächst ein neues DFL-Präsidium gewählt, was zukunftsweisend für so wichtige Themen wie 50+1, den Videobeweis oder die Anstoßzeiten ist, ehe am 27.09.2019 der neue Präsident des DFB gewählt werden soll.

Wer auch immer diese Funktionen bekleiden wird – ihre Aufgaben sind aus unserer Sicht klar. Um auf die gegenwärtigen Probleme, mit denen Fußballfans in ganz Deutschland konfrontiert sind, erneut hinzuweisen und den neuen Verantwortlichen gleich ihre ersten Hausaufgaben mit auf den Weg zu geben, geben wir ihnen , teilweise erneut, hiermit unsere Positionspapiere an die Hand.

Es muss sich etwas ändern im deutschen Fußball, wenn dieser sich nicht noch weiter von der Basis entfernen will. Was zu ändern ist, ist aus unserer Sicht klar.

Die Gesichter mögen wechseln – die Probleme leider nicht!

Erläuterung der Proteste auf der Westtribüne beim Spiel gegen die SG Wattenscheid 09

Nachdem der Sportsender Sport1 (ehemals DSF) vor ein paar Jahren die Rechte an der 2. Bundesliga verloren hatte, will der Sender das eher spärlich gefüllte Programm jetzt mit der Regionalliga aufstocken. Dafür schüttet dieser gerade mal rund 3000 Euro pro Verein aus. Ihr könnt euch vorstellen, was unserem Verein bei der Verlegung der Spiele vom Wochenende auf einen Montag für Einnahmen flöten gehen, alleine am Bierstand. Des Weiteren sehen wir das TV-Diktat allgemein in der Fußballwelt kritisch.

Wir sind in den unteren Ligen eher weniger betroffen, insbesondere aber in der 1. und 2. Bundesliga haben die Fans stark unter der Zerstückelung des Spieltages zu leiden, nur damit dem „Fan“ vor dem Fernseher auch alle Spiele mundgerecht serviert werden können. Freitagabendspiele gab es schon immer und auch bei uns hatten sie schon immer ihren Reiz. Die englische Woche, die aus terminlichen Gründen eingeführt wurde, wurde mittlerweile ebenso akzeptiert, aber ansonsten gehört der Fußball dem Wochenende!

Stellt euch vor, ihr müsst alle paar Wochen freitags eure hart verdienten Überstunden abbauen, nur um pünktlich beim Auswärtsspiel unseres Vereins zu sein. Oder falls es irgendwann mal wieder nach Kiel geht, reicht wahrscheinlich nur ein voller Urlaubstag. Auch die vermehrten Sonntagstermine sind zu kritisieren, so gehörte dieser in der Vergangenheit immer den Amateurkickern. Zuschauer und Aktive der Amateurvereine müssen sich inzwischen häufig zwischen ihren lokalen Teams und dem Spiel ihres Lieblingsvereins der 1. oder 2. Bundesliga entscheiden, egal ob als regelmäßiger Stadionbesucher oder TV-Zuschauer. Dass die Entscheidung hier oft zum Nachteil für den Amateurklub ausfällt, sehen wir langfristig als große Gefahr für den Fußball als Breitensport.

Wir wollten vergangenen Montag mit euch zusammen an der Hafenstraße zeigen, was wir von dieser TV-Diktatur halten und bedanken uns nochmal bei allen Fans auf der Westtribüne, die sich dieser Protestform angeschlossen haben. Man sieht bei den aktuellen Fanprotesten der Fanszenen in Deutschland, die medienwirksam vonstattengegangen sind, dass der Fußball in Deutschland noch nicht ganz verloren ist. Die Montagsspiele z.B. werden ab der Saison 2020/21 wieder abgeschafft. Dennoch gibt es noch viele weitere Themen, die es anzupacken gilt.

Zum Schluss noch ein Wink in Richtung unserer Geschäftsführung, die doch bitte in Zukunft die Proteste der Fans ernst nehmen sollte und nicht noch torpedieren muss, wenn Banner auf der Rahn-Tribüne ausgelegt werden und dort mit Stadionverbote gedroht wird. Man erhofft sich von Vereinsseite immer „friedliche“ Proteste, dann sollte man auch nicht gegen solche Proteste arbeiten. Denn Meinungsfreiheit gilt nicht nur auf der Westtribüne bei uns an der Hafenstraße.

Vier Ligen, vier Meister, vier Aufsteiger – Regionalliga Reform jetzt!

„Meister müssen aufsteigen!“ lautet die Forderung, die in den letzten Jahren regelmäßig in deutschen Stadien propagiert wurde, was deutlich zeigt, wie allgegenwärtig die Problematik rund um die Aufstiegsregelung der Regionalligen ist. Einhergehend mit der bisweilen letzten Reform 2012, wurde die zuvor dreigleisige Regionalliga fünfgleisig. Dies hatte zur Folge, dass die drei bestehenden Aufstiegsplätze in einer Relegationsrunde ausgespielt werden, bestehend aus den Meistern jeder Liga und dem Zweiten der mitgliederstärksten Regionalliga Südwest. In der Konsequenz wurde damit der Ertrag einer gesamten Saison von Hin- und Rückspiel in der Relegation abhängig gemacht. Ein solches Verfahren ist mit den Grundsätzen des Sportes in keiner Weise vereinbar, ganz zu schweigen von den wirtschaftlich, teils existenziellen, Konsequenzen, die ein solcher Verbleib in der Regionalliga für die, oftmals ohnehin schon klammen, Vereine nach sich zieht. Im Laufe der vergangenen Jahre kam auch bei immer mehr Funktionären langsam, aber sicher die Einsicht, dass der Status quo nicht weiter hinnehmbar ist, sodass die Weichen für eine erneute Reform gestellt werden sollten. Die Möglichkeit dies mit Inhalt zu füllen, wurde aufgrund von Eitelkeiten innerhalb der Verbände und diverser anderer Unzulänglichkeiten verpasst. Vielmehr gab es eine Übergangslösung, die dem Fairnesscharakter nicht im Ansatz gerecht wird und die Vereine teils sogar zu einem Wettrüsten animiert, bei dem die Vereine gezwungen sind, ein hohes finanzielles Risiko einzugehen. Eine vom DFB ins Leben gerufene „ad-hoc AG“ machte nur durch mangelnde Transparenz, fehlende Kommunikation, Statements, die im Anschluss wieder revidiert wurden und durch ihre Auflösung, mangels neuer Lösungsansätzen, von sich reden.

Bereits zuvor hatte sich im Zuge des Zusammenschlusses „Fanszenen Deutschlands“ eine, eigens für diese Thematik geschaffene, Arbeitsgruppe eingefunden. Das erklärte Ziel war es die Notwendigkeit einer Reform präsent zu halten und die damit verbundenen Probleme auszuwerten. Mit einem Fragebogen für Vereine und Fanszenen, sowie mit persönlichen Gesprächen, wurde versucht eine mögliche Reform, unter Betrachtung aller problematischer Gesichtspunkte, zu evaluieren. Hieraus resultierend wurden Kernpunkte erarbeitet, die aus unserer Sicht für eine Regionalliga Reform unerlässlich sind, wenn man vermeiden will, sich in absehbarer Zeit mit einer erneuten Reform befassen zu müssen.

Die Kernpunkte und die Auswertungen der Fragebögen, wurden der ad-hoc-AG des DFB in einem persönlichen Austausch offengelegt. Dieser Austausch ist als unzufriedenstellend zu bewerten, da immer wieder die Verantwortung von sich gewiesen wurde und auch die von uns gewonnenen Erkenntnisse nicht ausreichend weiterverwertet wurden. Bis zum heutigen Tage liegt noch nicht ein einziger fundierter Reformvorschlag vor, vielmehr scheint es als hätten sich die Fronten zwischen den Beteiligten weiter verhärtet und das sich gegenseitig ausgesprochene Vertrauen scheint erloschen. Insbesondere die Rücknahme des Eingeständnisses, eines weiteren Absteigers in Liga 3, zugunsten einer Reform mit vier Ligen und vier Aufsteigern, ist eine mehr als deutliche Reaktion auf die stagnierenden Fortschritte. Durch diese Entwicklung bestärkt ist es uns ein Anliegen, nunmehr einen eigenen Reformvorschlag zur Debatte zu stellen. Dieser befasst sich neben der Kernproblematik „Aufstiegsregelung“, auch mit grundsätzlichen Problemen, wie fehlende ligaübergreifende Strukturen, der geografischen Aufteilung der Ligen und der Rolle von Zweitvertretungen innerhalb der Liga. Wir hoffen, dass durch diesen Reformvorschlag nunmehr eine Grundlage gegeben ist, um sich endlich tiefgehend und ergebnisorientiert mit der Situation zu befassen. Die Regionalliga, in ihrer Form als Schnittstelle zwischen Amateur- und Profifußball, hat in den vergangenen Jahren an immer größerer Bedeutung gewonnen und sollte daher nicht weiter als Bühne für Unvermögen und Eitelkeiten der Funktionäre herhalten müssen. Viel eher sollte sie von Werten der sportlichen Fairness und Chancengleichheit geprägt sein. Daher fordern wir alle Beteiligten auf, persönliche Empfindlichkeiten hinter diesen Werten hintenanzustellen und basierend auf diesem Reformvorschlag eine Lösung zu erarbeiten in denen sich alle Beteiligten wiederfinden können.

Es hat gerade erst begonnen!

Achtungserfolg

Als Achtungserfolg bezeichnet man gemeinhin einen kleineren Sieg, der im Gesamtzusammenhang keine größere Bedeutung hat. Damit lässt sich auch die aktuelle Situation der Fanszenen Deutschlands ganz treffend beschreiben. In der DFL-Versammlung wurde der Erhalt von 50+1 beschlossen und durch deutlich sichtbare Proteste in den Stadien scheint sich das Problem der Montagsspiele in der 1. und. 2. Bundesliga mit der nächsten TV-Rechtevergabe zu erledigen. Trotz klarer Entscheidung zur Beibehaltung der 50+1-Regel, ist sie nach wie vor Angriffen ausgesetzt und auch der Weg von der Abschaffung der Montagsspiele hin zu generell fanfreundlichen Anstoßzeiten ist noch weit. Genau der richtige Zeitpunkt, nochmals an unsere Positionen zu erinnern:

Anstoßzeiten 

Montagsspiele müssen in allen Ligen abgeschafft werden. Keine englischen Wochen mehr. Freitags und im DFB-Pokal nicht vor 19.30 Uhr, am Wochenende nicht vor 14 Uhr, sonntags nicht nach 15.30 Uhr und Einhaltung der 300-km Klausel für Randspieltage. 50+1 • 50+1 faktisch und dem Sinn nach erhalten, keine Aufweichung, keine weiteren Ausnahmen. Die klare Position zu 50+1 ist von den Vereinen auch gegenüber dem Kartellamt zu vertreten.

Stadionverbote

Verzicht auf das „Breitbandantibiotikum“ Stadionverbote. Vereine und Verbände maßen sich hier Zuständigkeiten weit über ihren Hausrechtsbereich hinaus an. Ein Stadionverbot ist eine Strafe ohne offenen Rechtsweg.

Sportgerichtsbarkeit 

Abkehr von der sogenannten Sportgerichtsbarkeit. Transparenz und Vergleichbarkeit der Strafen sind in der momentanen Praxis nicht ansatzweise gegeben. Fanmaterialien • Freigabe aller Fanmaterialien in allen deutschen Ligen. Verbote schaffen sinnloses Konfliktpotential.

Videobeweis

Abschaffung des Videobeweises. Emotionen unter Vorbehalt entwerten das Stadionerlebnis.

Transparenz 

Des Weiteren müssen DFB, DFL und Vereine endlich offen, zeitnah und verbindlich zu fanrelevanten Themen kommunizieren. Beispielsweise muss das Abstimmungsverhalten bei Verbandssitzungen den Vereinsmitgliedern transparent gemacht werden. Ebenso wie anstehende Themen und Entscheidungen, nur so ist echte Meinungsbildung innerhalb der Vereine möglich.

Es hat gerade erst begonnen!

Die Fanszenen Deutschlands im Januar 2019